Parodontitis – umgangssprachlich oft Parodontose genannt – ist eine der häufigsten Erkrankungen im Mund und bei Erwachsenen eine der Hauptursachen für Zahnverlust. Tückisch ist, dass sie meist schleichend und lange schmerzfrei verläuft.
Wir vom MundWerk im ALEXA, Ihre Zahnärzte in Berlin-Mitte, erklären, was bei einer Parodontitis im Mund passiert, woran Sie sie erkennen, welche Risiken sie hat und wie sie behandelt wird.
INHALTSVERZEICHNIS
- Was ist Parodontitis?
- Ursachen und Risikofaktoren
- Woran Sie eine Parodontitis erkennen
- Warum Parodontitis mehr als ein Zahnproblem ist
- Wie wird Parodontitis behandelt?
- So beugen Sie vor
WAS IST PARODONTITIS?
Parodontitis ist eine durch Bakterien ausgelöste, chronische Entzündung des Zahnhalteapparats. Dazu gehören das Zahnfleisch, die Wurzelhaut mit ihren Haltefasern und der Kieferknochen, in dem der Zahn verankert ist.
Am Anfang steht fast immer eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis): Bakterien im Zahnbelag bilden Stoffwechselprodukte, die das Zahnfleisch reizen. Wird der Belag nicht entfernt, verhärtet er zu Zahnstein, und die Entzündung kann in die Tiefe vordringen. Es bilden sich Zahnfleischtaschen, in denen sich weitere Bakterien ansiedeln. Unbehandelt baut die Entzündung nach und nach Knochen ab – Zähne werden locker und können ausfallen.
URSACHEN UND RISIKOFAKTOREN
Hauptursache ist bakterieller Zahnbelag, der nicht gründlich genug entfernt wird. Ob und wie stark sich daraus eine Parodontitis entwickelt, hängt zusätzlich von Risikofaktoren ab:
- Rauchen – einer der stärksten Risikofaktoren, zudem verschleiert es Symptome wie Zahnfleischbluten
- Diabetes, vor allem wenn er schlecht eingestellt ist – mehr dazu im Beitrag Parodontitis und Diabetes
- genetische Veranlagung
- Stress und ein geschwächtes Immunsystem
- hormonelle Veränderungen, etwa in der Schwangerschaft
- einseitige Ernährung
WORAN SIE EINE PARODONTITIS ERKENNEN
Schmerzen treten oft erst spät auf. Achten Sie deshalb auf diese Warnzeichen:
- Zahnfleischbluten beim Putzen oder spontan
- gerötetes, geschwollenes oder wundes Zahnfleisch
- anhaltender Mundgeruch trotz guter Pflege
- zurückgehendes Zahnfleisch und freiliegende Zahnhälse
- empfindliche Zähne bei Kälte oder Wärme
- Zähne, die länger wirken, sich verschieben oder locker werden
- Eiter am Zahnfleischrand
Treten eines oder mehrere dieser Zeichen auf, sollten Sie sich zeitnah zahnärztlich untersuchen lassen. Mit einer einfachen Messung der Taschentiefe lässt sich schnell feststellen, ob eine Parodontitis vorliegt.
WARUM PARODONTITIS MEHR ALS EIN ZAHNPROBLEM IST
Die Entzündung bleibt nicht auf den Mund beschränkt. Über die entzündeten Zahnfleischtaschen können Bakterien und Entzündungsstoffe in die Blutbahn gelangen. Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Allgemeinerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Diabetes wirkt der Zusammenhang in beide Richtungen: Eine unbehandelte Parodontitis erschwert die Blutzuckereinstellung, und ein schlecht eingestellter Diabetes fördert die Parodontitis.
WIE WIRD PARODONTITIS BEHANDELT?
Ziel der Behandlung ist es, die Entzündung zu stoppen und den Zahnhalteapparat zu stabilisieren. Die systematische Parodontitistherapie läuft in mehreren Schritten ab:
- Befund und Aufklärung: Wir messen die Zahnfleischtaschen, werten Röntgenbilder aus und besprechen Ihre persönlichen Risikofaktoren.
- Mundhygiene-Training: Gemeinsam optimieren wir Ihre Zahnpflege zu Hause, denn sie ist entscheidend für den Behandlungserfolg.
- Reinigung der Zahnfleischtaschen: Unter örtlicher Betäubung werden Beläge und Konkremente von den Wurzeloberflächen entfernt.
- Kontrolle: Einige Monate später prüfen wir, wie gut die Entzündung abgeheilt ist. Bei tiefen Resttaschen kann ein kleiner chirurgischer Eingriff sinnvoll sein.
- Nachsorge: Regelmäßige Kontrollen und Reinigungen sorgen dafür, dass die Entzündung nicht wieder aufflammt.
Die systematische Parodontitistherapie ist in der Regel eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Ergänzend kann ein Laser zur Keimreduktion in den Taschen eingesetzt werden – mehr dazu im Beitrag Laser in der Zahnmedizin.
SO BEUGEN SIE VOR
- zweimal täglich gründlich putzen, mit einer nicht zu harten Bürste und ohne zu viel Druck
- täglich die Zahnzwischenräume reinigen, mit Zahnseide oder Interdentalbürsten
- nicht rauchen
- regelmäßig zur Kontrolle und ein- bis zweimal jährlich zur professionellen Zahnreinigung
- Allgemeinerkrankungen wie Diabetes gut einstellen lassen
Sie haben Zahnfleischbluten oder andere Warnzeichen bemerkt? Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie einen Termin. Unsere Spezialisten für Parodontologie in Berlin-Mitte untersuchen Sie gründlich und beraten Sie zu den nächsten Schritten.