Knochenaufbau für Implantate: Wann nötig, welche Arten, wie lange?

Ein Implantat braucht festen Halt im Kieferknochen. Fehlt es an Knochenhöhe, -breite oder -dichte, kann das Implantat nicht sicher verankert werden – dann ist zunächst ein Knochenaufbau (Augmentation) notwendig. Dank kürzerer und schmalerer Implantate ist das heute seltener nötig als früher, aber für viele Patientinnen und Patienten nach wie vor der Schlüssel zu einer stabilen Versorgung.

Wir vom MundWerk im ALEXA, Ihre Anlaufstelle für Zahnimplantate in Berlin, erklären, wann ein Knochenaufbau nötig ist, welche Arten es gibt und wie lange er dauert.

INHALTSVERZEICHNIS

WARUM KANN EIN KNOCHENAUFBAU NÖTIG SEIN?

Nach dem Verlust eines Zahns fehlt dem Kieferknochen an dieser Stelle die Belastung durch das Kauen – er bildet sich mit der Zeit zurück. Auch andere Ursachen können zu Knochenmangel führen. Ein Knochenaufbau kann zum Beispiel nötig werden, wenn

  • ein Zahn schon vor längerer Zeit verloren gegangen ist,
  • eine Parodontitis den Knochen abgebaut hat,
  • über Jahre eine herausnehmbare Prothese getragen wurde,
  • im Oberkiefer-Seitenzahnbereich die Kieferhöhle sehr nah am Kieferkamm liegt.

VORAUSSETZUNGEN

Wie viel Knochen vorhanden ist, klären wir vor jeder Implantation mit einer genauen Untersuchung und bildgebender Diagnostik, häufig mit einem digitalen 3D-Röntgen (DVT). Ein Knochenaufbau kommt infrage, wenn Sie sich einen Zahnersatz mittels Implantat wünschen, die Implantation ohne zusätzlichen Knochen nicht sicher möglich wäre und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand den Eingriff zulässt.

DIE ARTEN DES KNOCHENAUFBAUS IM VERGLEICH

Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt davon ab, ob der Knochen zu niedrig, zu schmal oder zu wenig dicht ist und ob im Ober- oder Unterkiefer gearbeitet wird. Kleinere Aufbauten lassen sich oft in derselben Sitzung wie die Implantation durchführen, größere erfolgen in einem eigenen Eingriff vorab.

Sinuslift

Im Oberkiefer-Seitenzahnbereich ist der Knochen oft zu niedrig, weil die Kieferhöhle darüber liegt. Beim Sinuslift wird die Schleimhaut am Boden der Kieferhöhle vorsichtig angehoben und der entstehende Raum mit Knochen oder Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Beim internen Sinuslift erfolgt das über das Bohrloch des Implantats, beim externen über ein kleines seitliches Knochenfenster.

Knochenanlagerung (Augmentation)

Bei kleineren Defekten wird Knochenersatzmaterial, oft gemischt mit Eigenknochen, direkt an die betroffene Stelle angelagert und meist mit einer Membran abgedeckt. Das Material dient als Gerüst, in das körpereigener Knochen einwächst.

Knochenblock-Transplantation

Bei größeren Defekten wird ein kleiner Knochenblock – meist aus dem Kieferwinkel oder dem Kinnbereich – entnommen und mit Mikroschrauben am Kieferkamm befestigt. Nach dem Einheilen kann das Implantat gesetzt werden.

Bone Splitting und Bone Spreading

Ist der Kieferkamm zu schmal, kann er ohne zusätzliches Knochenmaterial verbreitert werden. Beim Bone Splitting wird der Kamm längs gespalten und vorsichtig auseinandergedrückt, beim Bone Spreading wird der Knochen mit speziellen Instrumenten schrittweise geweitet. Häufig kann das Implantat dabei direkt in denselben Spalt eingesetzt werden.

EIGENKNOCHEN ODER ERSATZMATERIAL?

Eigenknochen wird vom Körper besonders gut angenommen, erfordert aber eine Entnahmestelle. Knochenersatzmaterialien – synthetisch oder biologischen Ursprungs – ersparen diesen zweiten Eingriff und werden mit der Zeit durch eigenen Knochen ersetzt oder durchbaut. Häufig wird beides kombiniert. Welche Lösung für Sie passt, besprechen wir anhand Ihres Befunds.

WIE LANGE DAUERT EIN KNOCHENAUFBAU?

Das hängt stark davon ab, wie viel Knochen bereits verloren gegangen ist. Zahnärzte unterscheiden dafür sechs sogenannte Resorptionsklassen – von einem bezahnten Kiefer mit kaum Knochenabbau bis zu einem zahnlosen Kiefer mit starkem Knochenschwund. Je höher die Klasse, desto aufwendiger der Aufbau.

Der Eingriff selbst dauert meist zwischen einer und mehreren Stunden. Für die Einheilung des aufgebauten Knochens sind je nach Methode und Umfang einige Monate bis etwa ein Jahr einzuplanen, bevor das Implantat belastet werden kann. Wie Sie die Heilung unterstützen, lesen Sie im Beitrag Einheilungsphase: So heilt ein Zahnimplantat richtig ein.

WELCHE IMPLANTATE LASSEN SICH DANACH EINSETZEN?

Ist der Knochenaufbau abgeschlossen, ist grundsätzlich jede Art der Implantatversorgung möglich. Bei ausgeprägtem Knochenmangel ist es oft sinnvoll, mit wenigen, gezielt platzierten Implantaten zu arbeiten: Auch ein weitgehend zahnloser Kiefer lässt sich mit wenigen Implantaten und einer implantatgetragenen Brücke oder Prothese wieder voll funktionsfähig versorgen. In manchen Fällen kommen auch kurze oder Mini-Implantate infrage, die einen Knochenaufbau ersparen können.

Wie die ideale Versorgung für Sie aussieht, besprechen wir gerne persönlich mit Ihnen – vereinbaren Sie einen Beratungstermin zu Zahnimplantaten in Berlin-Mitte bei Ihrem Zahnarzt in Berlin-Mitte.

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